Die Geschichte der Frisur

Geschrieben von BestHairEx am in Allgemein

Die Geschicht der Frisur

Die Ägypter (3150 – 332 v. Chr.)
Durch Gräberfunde ist bekannt, dass die Ägypter schon 4000 Jahre vor Christus ihre Haare mit Messern, Haarnadeln und Kämmen gepflegt haben. Bereits ab ca. 3000 vor Christus wurden zu wichtigen Anlässen kunstvolle Perücken getragen. Schon damals wurden die eigenen Haare bzw. die Perücken gefärbt.

Dazu wurden am häufigsten blaue, grüne und rotblonde Farbtöne, sowie Goldstaub verwendet. Die beliebteste Haarfarbe war blond. Es standen diverse Haarfärbemittel zur Verfügung, aber da die meisten reichen Frauen viel Zeit hatten, ließen sie ihre Haare nach dem Waschen einfach in der Sonne bleichen. Das Haar galt als der schönste Schmuck und dementsprechend viel Aufwand wurde damit getrieben. Es gab eine Vielzahl von modische Frisuren, mit Spangen, Bändern, Flechten, Hauben usw.

Die Griechen (1500 – 150 v. Chr.)
In Athen waren ein gutes und gepflegtes Aussehen so wichtig, dass eigens ein Tribunal errichtet wurde, um über Angelegenheiten der Kleidung zu entscheiden. Frauen, die in der Öffentlichkeit eine unordentliche Frisur trugen, mussten Geldstrafen zahlen. Bei den Griechen war Körperbehaarung, sowohl bei Männern als auch bei Frauen unbeliebt. Die oft kompliziert aussehenden Frisuren, mit langen wallenden Locken, bestanden vollständig aus Perücken. Die ärmeren Leute hatten Perücken aus Schafwolle. In der Zeit von 1500 bis 650 v. Chr. trugen Griechinnen oft lange gekrauste Haare. Auf Fresken sieht man ebenfalls häufig Korkenzieherlocken, welche von den Ohren bis auf die Brust herabfallen. Etwas später ließen sich Frauen ihre Haare im Nacken zu einem Knoten zusammenfassen. Diese Frisur bezeichnete man als „griechischen Knoten“.

In der Zeit von 300 bis 150 v. Chr. prägten kunstvolle Knoten und Schleifen die Frisuren. In dieser Zeit versuchten die Griechinnen ihre von Natur aus dunklen Haare mit Safran aufzuhellen. Blond galt nämlich als Haarfarbe der Götter. Bei den Griechen waren Frisuren auch Männersache. Diese trugen zunächst lange Haare und Bärte. Später waren kurze und lockige Haare in Mode. In der Zeit von 300 bis 150 v. Chr. trugen modebewusste Städter halblange Frisuren und bevorzugten gekrauste oder gewellte Haare. Zur Haarformung hatten die Griechen bereits ein spezielles Gerät: ein Calamistrum, einen Hohlstab aus Bronze.

Die Römer (800 v. Chr. – 700 n. Chr.)
Anhand von Ausgrabungen antiker Münzen, auf denen Frauenköpfe abgebildet waren weiß man, dass im alten Rom meist recht einfache Frisuren getragen wurden. Es lassen zwei sich Grundtypen unterscheiden: kurze Lockenfrisuren und Flechtfrisuren. In der Antike hielt man sich, was die Mode der Frisur betraf, an die Frauen am Hofe. Es war üblich die Frisur zu tragen, die die Kaiserin gerade trug.

Zur Zeit der Republik trug man einen einfachen Dutt. Aufgeputzte und parfümierte Haare trugen nur noch Prostituierte. Dennoch war diese Mode bei den jungen Männern sehr beliebt. Und so wurde diese „Tabufrisur“ wieder aufgenommen. Die Duftstoffe zur Parfümierung des Haares waren sehr teuer, da sie aus dem fernen Osten importiert wurden. Sie bestanden meist aus Myrrhe, Rosen- oder Irisöl.

Die Haare wurden damals meist von einer Sklavin gemacht. Die Römerinnen waren fasziniert von den blonden Haaren der Germanen. Daher hatten sie meist germanische Sklavinnen, denen sie die Haare schneiden und zu Perücken verarbeiten ließen.
Haare und Perücken wurden genutzt, um die Frisur zu unterstützen und um Haarmakel zu verstecken. Als Hilfsmittel für Locken, diente ein Lockenstab, zu vergleichen mit dem Calamistrum, der im Feuer erhitzt wurde.

Für Haarfarben, die nicht durch natürliche Perücken zu erreichen waren, oder bei Frauen, die sich die Blöße einer Perücke nicht geben wollten, wurde das Haar koloriert. Die beliebtesten Haarfarben der Römerinnen waren schwarz und blond. Dazu kamen diverse Färbemittel zum Einsatz. Ein Mittel zum Erzielen einer tiefschwarzen Haarfarbe bestand aus verwesten Blutegeln, die sechzig Tage in einem verschlossenen Gefäß mit Wein und Essig eingelegt waren.

Das vielbegehrte Blond wurde mittels eines aus Ziegenfett und Birkenasche hergestellten schäumenden Waschmittels erzielt. Damit hatten bereits die Kelten und Germanen ihre Haare gewaschen. Von den Griechinnen wurde diese Seife zunächst nur zum Haarebleichen verwendet. Ihre Reinigungskraft entdeckte man erst später. Reiche Römerinnen ließen sich ihre Haare mit teurem Goldstaub optisch aufhellen.
Manche Haarfärbemittel bezog man aus Nordeuropa, andere aus Ägypten, wie beispielsweise das Rot aus Hennapulver. Es war auch möglich die Haare blau zu färben.
Zusätzlich begannen Frauen die Frisur mit allerlei Schmuck zu ergänzen. Nadeln, die die Frisur hielten, waren unter anderem aus Gold, Silber, Bronze, Holz oder Elfenbein gearbeitet, welches aus Afrika importiert wurde. Die Idee des Diadems entstand aus Bändern, mit denen die Frisuren zusammengehalten wurden. Als Spiegel benutzten die Römer polierte Bronze oder Silber. Glasspiegel gab es erst ab dem 1. Jahrhundert nach Christus.

Auch im alten Rom wurden gelegentlich Beinhaare und Achselhaare entfernt. Man nutzte dazu z.B. Pinzetten. Es gab auch bereits Pasten, die aus in Öl aufgelöstem Harz bestanden.

Die Romanik (1000 – 1200 n. Chr.)
Im Hochmittelalter trugen die adligen Damen und Herren gerne offene Locken. Wer glatte Haare hatte, ließ sich diese wellen. Im Unterschied zu den Reichen trugen die gewöhnlichen Bürger ihre Haare als kurze oder halblange Pagenfrisur.
Adlige Frauen trugen zudem eine flache Haube, die das Haupthaar verdeckte, welche aber die mit Bändern und Goldfäden geschmückten Zöpfe sichtbar lies.

Die Gotik (1140 – 1500 n. Chr.)
Im Zeitalter der Gotik schrieb die Kirche vor, dass verheiratete Frauen ihre Haare in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigten. Deshalb trugen die Frauen Hüte und Hauben, welche zum Teil mit Schleiern versehen waren. Weil in dieser Zeit eine hohe Stirn als besonders schön galt, rasierten sich die Frauen ihre Stirnhaare ab, um so den Haaransatz nach oben zu korrigieren.

Nach der Pestepidemie des 14. Jahrhunderts machte sich eine neue Lebenslust bemerkbar, die sich auch in der Frisurmode niederschlug. Man trug nun in der Mitte gescheiteltes Haar. Dieses wurde hochgesteckt und zu Zöpfen geflochten und anschließend entweder vom Hinter- oder Vorderkopf ausgehend kreisförmig um den Kopf gelegt. Alternativ führten zu Flechten gebundene Haare auch in großen Schlaufen um die Ohren.

Im 15. Jahrhundert entzogen verheiratete Frauen ihr Haar erneut unter Hauben den Blicken Fremder. Dies unterstrich die Abhängigkeit der Frau vom Ehemann. Um der Verbrennung als Hexe zu entgehen, waren Rothaarige mit allen Mitteln darum bemüht, ihre Haarfarbe zu verdecken. Paste aus gesalzenen roten Schnecken galt dabei als letzter Strohhalm. Bei den Männern wurde im 15. Jahrhundert das halblange, möglichst gewellte Haar von kahlrasierten Nacken und Seiten abgelöst.

Renaissance (1400 – 1700 n. Chr.)
In der Renaissance durften der Körper und die Haare wieder gezeigt werden. Die Frisuren wurden phantasievoller, wobei gleichzeitig auch einfache Frisuren der Römer und Griechen übernommen wurden. Helle Farbtöne wie Blond und Gold waren in Mode. Man versuchte mit natürlichen Färbemitteln diesen näher zu kommen. Erneut wurden Frisuren mit Edelsteinen, Bändern und Perlen geschmückt. Die Männer waren schlichter als die Frauen. Ob reich oder arm, hatten alle einen ähnlichen Haarschnitt.

Zur Zeit der Renaissance gilt eine hohe Stirn als Ausdruck besonderer Klugheit. Um diesem Ideal zu entsprechen wurden dieses Mal nicht nur die Stirnhaare gezupft. Zum Einsatz kamen des weiteren ballonförmige und durch Bänder gehaltene Aufbauten.
Schließlich löste in der Mitte gescheiteltes und am Hinterkopf zu einem großen Knoten aufgestecktes Haar die Praxis des Haarzupfens ab. Um 1500 n. Chr. folgte eine schlichtere Haarmode. Das in der Mitte gescheitelte Haar wurde eng am Gesicht anliegend über Wangen und Ohren gekämmt und im Nacken geknotet. Den Hinterkopf bedeckte dabei ein feines Netz, während ein oft juwelenverziertes Band über die Stirn reichte. Für junge Männer wurde eine Frisur mit halblangem, stark in die Breite toupiertem Haar typisch. Ein kurzer Lockenkopf, der die obere Partie glatt beließ, um anschließend um so lockiger hervorzutreten, sollte das Ideal des ewigen Jünglings verkörpern.

Barock (1575 – 1770 n. Chr.)
Im Barock trug Mann „spanische Trachten“, die einen sehr hohen Kragen hatten. Daher bevorzugten Männer kurze Haare. Die Frauen hielten ihre Haare zwar lang, aber sie kämmten sie entweder nach hinten oder nach oben, wo sie mit einem Drahtgestell befestigt wurden. Um 1630 trug Frau eine Frisur mit stark gekräuseltem Seitenhaar und einen kurzen, glatten Pony, die ein breites Gesicht entstehen ließ.

Nach 1650 verschwanden solche Frisuren. Bei den Damen dominierte vor allem ein Quer- und Rundscheitel. Locken- oder Ponyfransen bedeckten dazu die Stirn. Auch die Männer ließen sich nach 1650 die Haare wachsen. Lockenköpfe und Spitzbärte waren in Mode. So ließ sich der französische König Ludwig der 13., der frühzeitig kahl wurde, eine Lockenperücke anfertigen, um seinen Makel zu überdecken.

Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts war die Zeit der Korkenzieher- bzw. Ringellocken.
Dank der neu entwickelten Papillotier-Technik konnten auch die Männer mit gekräuselten Haaren aufwarten. Diese reichten bis über die Ohren und ließen oft mit Geschenken der Angebeteten verzierte Haarsträhnen über die linke Schulter fallen.

Ausschweifende Feste lösten zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Zwänge der bislang herrschenden Etikette ab. Das allerorts spürbare Streben nach Einfachheit mündete bei Hofe in bescheidener Lebensart, mit entsprechend schlichten Frisuren. Eng am Kopf anliegend, wurden die Haare aus der Stirn gekämmt und locker zu einem Knoten hochgebunden.

Mitte des 18. Jahrhunderts setzten sich dank Brennstab, Puder und Pomade Lockenfrisuren durch. Bei den Männern des Bürgertums endete dieser Trend in aufwendigen Perücken mit Zöpfen, Beuteln und Lockenrollen. Selbst die französische Armee führte kleine Perücken ein, deren Haare im Nacken zusammengebunden und in einen schwarzen Taftbeutel gesteckt wurden.

Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts dominierten Hochfrisuren, die mittels elastischer Unterkissen aus Wolle und Draht kreiert wurden. Gegen Ende der Barockzeit hatten die Frauen ihre Haare wieder nach oben gekämmt. Manche Dame wurde auf diese Weise bis zu 60 cm größer.

Biedermeier (1790 – 1890 n. Chr.)
In der Biedermeierzeit verschwanden die Perücken und es traten erneut römische und griechische Frisuren in den Vordergrund. Ab 1804 verwendete man für Frauenfrisuren wieder vermehrt Zierkämme, Diademe, Hauben und Seidenbänder. Es waren vor allem T-, V-, Y- oder U- förmige Scheitel in Mode. Damen mussten damals eine Kopfbedeckung, d.h. Hauben, Hüte oder Turbane tragen, die mit den oft hohen Frisuren alles andere als bequem waren. Später waren die Frisuren der Frauen vielfach durch einen breiten, auf dem Hinterkopf aufgesteckten Knoten gekennzeichnet. Bunt oder symmetrisch angeordnete Papilotten schmückten die Seitenpartien.

Um 1830 entwickelten sich die Papilotten zu großen, die Ohren fast vollständig bedeckenden Lockengebilden. Abwechslung boten eingearbeitete Haarkämme oder verschieden streng ausgerichtete Deckhaare. Bei jungen Männern, die sich von den Traditionalisten absetzen wollten, zeugten kurz geschnittenes, in die Stirn gekämmtes Haar und ausgeprägte Koteletten von einer demokratischen Grundhaltung. Auch das Tragen von Bärten zielte in diese Richtung. Die Reaktion gipfelte 1846 in einem Bartverbot für preußische Referendare und Postbeamte. Ein wichtige Erfindung im 18. Jahrhundert stellte die Dauerwelle dar. Sie ermöglichte es, das Haar dauerhaft umzuformen. Die verschiedenen Arten von Dauerwellen- Wicklern oder Dauerwellenapparaten waren für die Kundinnen unangenehm und umständlich.

Jugendstil (1900 – 2000 n. Chr.)
Zu Beginn der Zeit des Jugendstils konnten es sich mehr Menschen als je zuvor leisten zum Coiffeur zu gehen. Am Anfang setzten sich mehrheitlich französische Frisuren durch, deren Kennzeichen ein Mittelscheitel war. In Österreich sorgte derweil Kaiserin Elisabeth, wahrscheinlich bekannter als Sissi, mit ihren langen Haaren, die mit Blüten geschmückt waren, für Schlagzeilen.

In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich die Frau von Rang zum Zeitvertreib mit Haararbeiten. Diese dienten in erster Linie repräsentativen Zwecken.
Ein Jahrzehnt später wandte sich das Blatt. Aufwendiger Zierrat, Haarkämme oder künstliche Haarteile verschwanden nahezu vollständig aus dem Straßenbild. Natürliche und einfache Frisuren erhielten den Vorzug. Dafür fiel der Frage nach der richtigen Haarfarbe entscheidendes Gewicht zu. Rotes Haar galt als ordinär, erst recht das Rotfärben blonder oder hellbrauner Haare.

Gegen 1870 wurden Haare wieder einmal in die Höhe gekämmt und mit Schmuck verziert.
1872 wurde die Ondation erfunden. Die Haare wurden über ein heißes Eisen gezogen, wodurch eine Welle entstand. Diese Einschlagfrisur war längere Zeit in Mode.
In den 80er Jahren entstanden Frisuren mit leicht gewellten Haaren, die über die Ohren zum Hinterkopf geführt wurden und dort in einem Knoten endeten. Dazu kamen weiche, in die Stirn getragene Ringellöckchen oder Ponyfransen.

Um 1890 gab es fast keine hohen Frisuren mehr. Auch ondiert wurde kaum noch. Die neuen Frisuren sollten schlicht und funktionell sein. Die Herrenfrisuren waren am Anfang dieser Zeit lockig, gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzten sich jedoch Kurzhaarfrisuren durch.

20. Jahrhundert
Zu Beginn der Weimarer Republik führten Leinwandstars der boomenden Filmindustrie Kurzhaarschnitte als Zeichen der Gleichberechtigung in Familie und Gesellschaft ein. Dadurch wurden heftige Diskussionen ausgelöst. In Anlehnung an die allgemeine Begeisterung für die alt-ägyptische Kultur kamen Pagenschnitte in Mode. Bei diesen fiel das Haar vom Scheitel nahezu gerade auf die füllige, klare Kontur. Die Stellung der Frau änderte sich immer mehr, was sich auch an neuen Frisuren zeigte. Erstmals erlaubte sich ein französischer Starcoiffeur Frauen mit Kurzhaarschnitten zu beglücken.

Kurze Zeit später stieg der Bubikopf mit kurzem Anschnitt im Nacken und geringem Volumen zum Inbegriff der 20er-Jahre-Mode auf. Ungeachtet des Alters und der Gesellschaftsschicht trugen betont modische Frauen kurzes, glatt gekämmtes Haar.
Gegen Ende des Jahrzehnts folgte erneut die Dauerwelle. Im Jahr 1900 wurde der erste Fön von AEG erfunden. Zuerst war er zwei Kilogramm schwer und blies mit 90 Grad heiße Luft aus einer Art Düsenrohr. Dank unermüdlichem Forschungsgeist wog er bald nur noch 1,8 Kilogramm und leistete schon 300 Watt. Der Duden erklärte 1934 den „Föhn“ zum Wind und den „Fön“ zum Gerät. AEG ließ sich das Wort „Fön“ 1909 schützen und darf bis heute als einzige Firma mit diesem Wort werben.

Einen Höhepunkt bildete 1936 die tief in den Nacken gezogene, nach oben eingeschlagene Olympiarolle. Doch auch die durch die Filmindustrie verbreitete Page-Boy-Frisur muss in diesem Zusammenhang Erwähnung finden. Mit ihrer nach innen geschlagenen, geraden Kontur im Nackenbereich traf sie, kombiniert mit der Olympiarolle, den Geschmack der jungen Generation. Weitere, neue technische Hilfsmittel wie z.B. elektrische Haarschneidemaschinen und Trockenhauben erleichterten in dieser Zeit den Coiffeuren ihr Handwerk.

1936 kam es außerdem in Mode, die Stirnhaare zu kleinen Löckchen zu kräuseln und die Deckhaare in einer einfachen Nackenrolle zusammenzufassen. Die Haare wurden ab jetzt auch wieder länger getragen. Gegen Ende der 30er Jahre kämmte man oft die Locken der Deckhaare hoch und frisierte seitlich die schulterlangen Haare zurück. Dabei fielen die Locken lose in den Nacken. Die Ohren mussten stets frei bleiben. Diese Frisur blieb auch während des Krieges in Mode. Bedingt durch Arbeitseinsätze von Frauen im Krieg wurden, um die Haare zusammenzuhalten, Haarnetze und Kopftücher getragen. Im Laufe der Zeit avancierte diese Notwendigkeit zu einem beliebten Kopfschmuck. Männer zeigten in dieser Zeit erneut wenig Variation. Sie trugen ihr Haar bis nach dem 2. Weltkrieg kurz.

Frauen mochten nach dem 2. Weltkrieg halblange natürlich schwingende Frisuren. Die Dauerwelle, die neuerdings auch kalt gemacht werden konnte, spielte also weiterhin eine wichtige Rolle in der Welt der Haare. In den 50er Jahren versuchte man mit Vorliebe die Frisuren von bekannten Filmschauspielern und anderen Prominenten nachzuahmen. Während Rock n´ Roll für viele Menschen ein neues Lebensgefühl bedeutete, war die Frisur von Elvis Presley für die meisten Männer das große Vorbild.

In den 60er Jahren kamen mit dem Erfolg der Beatles und ihren berühmten Pilzköpfen bei den Männern Langhaarfrisuren in Mode. Millionen junger Männer ließen sich plötzlich die Haare wachsen. Mitte der 60er entstand in Jamaika eine neue Stilrichtung innerhalb der Musik: der Reggae. Ein berühmter Vertreter dieser Musikart war beispielsweise der 1981 verstorbene Bob Marley. Er druck eine Dreadlock-Frisur, die aus geflochtenen Zöpfen oder verfilzten Haarsträhnen besteht. Wer eine solche Frisur haben wollte, musste seine Haare mit Wasser und Seife waschen und sie weder kämmen noch bürsten. Mit der Zeit verfilzen die Haare.

Die 70er Jahre zeichneten sich durch eine totale Freiheit in den Frisuren aus. Alles war erlaubt. Neu und für viele ein Schock waren die farbigen und merkwürdigen Punkerfrisuren und Irokesenschnitte. Während die Punkerfrisuren in den 70ern die meisten Menschen noch schockierten, gehörten sie schon etwa zehn Jahre später in jede Disco.

(Quelle unter anderem: „Haar tragen – eine kulturwissenschaftliche Annäherung“ von Christian Janecke und „5000 Jahre Frisierkunst“ von Renate Bittel-Moritz)

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